Herzlich willkommen an der Technischen Hochschule Deggendorf! Einer Hochschule mit grenzenlosen Möglichkeiten, an der Studierende und Mitarbeitende studieren, forschen, lehren und mutig Innovationen und Entwicklungen voran treiben. Entdecken Sie die THD - innovativ & lebendig.
Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) zeichnete am Montag, den 8. Juni, die Studentin Lea Aufschläger im Rahmen der Aktion #OneInOneMillion aus. Die Kampagne wurde zur Feier von einer Million geförderten Studierenden aus Deutschland im Rahmen des Erasmus+ Programms ins Leben gerufen, um den Erfolg des Programms zu feiern. Erasmus+ ist ein Programm der Europäischen Union, das den Austausch im Bildungssektor innerhalb der Mitgliedsstaaten fördert, beispielsweise durch Auslandsstudien und -praktika.
Lea Aufschläger war während ihres Bachelorstudiums in Betriebswirtschaft an der THD als Austauschstudentin an der Universidad Rey Juan Carlos de Madrid in Spanien. Mittlerweile ist sie für den Master Digital Business eingeschrieben und absolviert in diesem Jahr einen weiteren Auslandsaufenthalt – dieses Mal an der FHWien der WKW, einer Fachhochschule für Management und Kommunikation. Zudem unterstützte sie im vergangenen Wintersemester das International Office der THD als Auslandsbotschafterin, um Erasmus+ auch anderen Studierenden näherzubringen. Als Dank für ihre Mühen erhielt die Studentin am Montag von der Nationalen Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (NA DAAD) eine Urkunde sowie ein kleines Geschenk.
„Mein Auslandsaufenthalt in Madrid hat mich sowohl fachlich als auch persönlich geprägt. Das Studium in einem internationalen Umfeld hat meinen Blick auf unterschiedliche Arbeits- und Denkweisen erweitert und meine interkulturellen Kompetenzen gestärkt“, erzählt Lea über ihre erste Erfahrung mit Erasmus+. „Gleichzeitig habe ich gelernt, mich schnell auf neue Situationen einzustellen, selbstständige Entscheidungen zu treffen und Herausforderungen mit mehr Selbstvertrauen zu begegnen.“
Die THD ist seit 1989/99 als Erasmus+ Hochschule akkreditiert und hat seitdem bereits über 2.000 Studierende gefördert, ebendiese Kompetenzen und Erfahrungen zu sammeln. Als #OneInOneMillion der THD steht Lea für den Erfolg von Erasmus+ als Schlüsselprogramm für ein offenes, vernetztes und zukunftsfähiges Europa. „Allen, die noch überlegen, ob sie ein Auslandssemester absolvieren möchten, kann ich nur empfehlen, diese Chance zu nutzen“, betont sie. „Ein Auslandsaufenthalt im Rahmen von Erasmus+ bietet die Möglichkeit, persönlich zu wachsen, neue Erfahrungen zu sammeln und wertvolle internationale Kontakte zu knüpfen.“
Zahlen, Daten und Fakten zu Erasmus+
Erasmus+ fördert die akademische Mobilität von Studierenden, indem diese bei Auslandsaufenthalten an europäischen Partnerhochschulen unterstützt werden. Seit dem Programmstart im Jahr 1987 haben EU-weit bereits über 17 Millionen Studierende teilgenommen. Eine Million davon wurden von deutschen Partnerhochschulen in die Auslandsaufenthalte entsandt. Stand 2025 beteiligen sich mittlerweile 337 deutsche Hochschulen an Erasmus+, um den Studierenden Auslandsaufenthalte zu ermöglichen. Mit einem Fördervolumen von über 250 Millionen Euro wurden 2025 in Deutschland rund 100.000 Teilnehmende im Rahmen des Programms gefördert – 62.000 von ihnen verbrachten ein Semester im Ausland, 38.000 kamen für ihre Studien nach Deutschland. Die beliebtesten Zielländer bilden Spanien, Frankreich und Italien. Erasmus+ steht allen Fachbereichen offen: von Wirtschaft, Verwaltung und Recht über Geisteswissenschaften und Kunst bis zum Ingenieurwesen und Baugewerbe.
Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) ist nicht nur auf dem Papier die internationalste Hochschule Bayerns. Ihre multikulturelle Identität feierte die Hochschulfamilie ausgiebig eine Woche lang vom 8. bis 11. Juni. Mit der diesjährigen International Week setzte die THD erneut hochschulweit ein Zeichen für kulturellen Austausch, Begegnung und gelebte Vielfalt.
Gemeinsam mit Studierenden aus aller Welt organisierte das International Office ein abwechslungsreiches Programm mit kulturellen, kulinarischen und informativen Veranstaltungen. Das Ergebnis der viertägigen Veranstaltung: Studierende, Mitarbeitende und Gäste aus 17 Ländern kamen miteinander ins Gespräch, lernten voneinander und feierten gemeinsam eine Weltgemeinschaft.
Während der Woche fanden zahlreiche Infoveranstaltungen statt. Interessierte konnten sich etwa zu einem möglichen Auslandsaufenthalt und dessen Finanzierung oder auch zu einer Personal- und Dozentenmobilität informieren. Kulinarisch wurde die International Week erneut bei „Taste the World“ erlebbar. Auch wenn das Event wetterbedingt dieses Jahr im Gebäude stattfinden musste, sorgten über 400 Besucherinnen und Besucher für eine lebhafte und gut gefüllte Veranstaltung. Insgesamt 18 internationale Studierendengruppen präsentierten Spezialitäten aus verschiedenen Ländern, darunter Escondidinho aus Brasilien, Isombe aus Ruanda, Rosé Tteokbokki aus Südkorea, Payasam aus Indien und Túrógombóc aus Ungarn. Die gesamte Hochschulfamilie konnte bei „Taste the World“ Gerichte und Süßspeisen aus aller Welt probieren, neue Geschmacksrichtungen und Lieblingsgerichte entdecken. Während des gesamten Veranstaltungszeitraums hielt das International Office gemeinsam mit dem Studierendenwerk einen Kleidertausch ab. Auch Musik und Tanzaufführungen durften nicht fehlen. Auf die Bühne traten unter anderem Studierende aus Südkorea oder Pakistan und auch der Hochschulchor sorgte für eine lebendige Atmosphäre. Solche Auftritte machten die International Week zu einem besonderen Erlebnis für die gesamte Hochschulgemeinschaft.
Die International Week 2026 zeigte erneut, wie bereichernd kulturelle Vielfalt und internationale Begegnungen für das Leben am Campus sein können, und bot zahlreiche Gelegenheiten, neue Perspektiven kennenzulernen und gemeinsame Erfahrungen zu teilen.
In zehn englischsprachigen Studiengängen bildet der European Campus der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) akademische Fachkräfte aus. Noch vor ihrem diesjährigen Abschluss als Master „Healthy and Sustainable Buildings“ (gesundes und nachhaltiges Bauen) arbeitet Sana Yazdani (33) fest als Fachkraft für ökologische Nachhaltigkeit in Arnstorf.
Mit einem Mercedes der Arbeitgeber-Flotte fährt Yazdani von ihrem Wohnort Pfarrkirchen zur Lindner Group. Dort kümmert sich die Frau aus dem Iran um die anspruchsvollen Aufgaben der Ökobilanzierung (LCA) und der Umweltprodukt-Deklaration (EPD). Ihr Fokus liegt darauf, „sicherzustellen, dass die verwendeten Baumaterialien die Umwelt möglichst wenig belasten“, erklärt Yazdani. Stets ist sie darauf bedacht, „den CO2-Abdruck von Bauprodukten zu reduzieren“. Aus gutem Grund steht sie mit der Fertigung, welche die Baustellen beliefern, in engem Kontakt und sagt: „Ich bin in der glücklichen Lage, an meinem Arbeitsplatz genau das umzusetzen, was ich am European Campus lerne.“
Nach Europa kam Sana Yazdani bereits als fertige Architektin von der Schahid-Beheschti-Universität in Irans Hauptstadt Teheran. Ihr dort erworbener PhD-Grad entspricht dem Doktortitel. Grundsätzlich betrachtet sie die Architektur „als Brücke zwischen Kunst und Logik“.
"Das gibt es nur am European Campus"
Bereits im Iran beschäftigte sich Yazdani mit dem Lehmbau als nachhaltige Bauweise. Beim folgenden Forschungsaufenthalt in Italien ging sie der Frage nach, wie historische Gebäude wie der Mailänder Dom nachhaltig und nicht-invasiv erhalten werden können. Um ihr Wissen darüber zu erweitern, wechselte die junge Wissenschaftlerin von der Hauptstadt der Lombardei gezielt nach Pfarrkirchen. „Das interdisziplinäre Studium zum gesunden, nachhaltigen Bauen gibt es nur am European Campus“, begründet Yazdani. Damit verbindet sie das Bestreben, „die Architektur mit der Natur in Einklang zu bringen“.
Passend dazu kooperierte Yazdani in der Rottaler Kreisstadt zunächst mit Architektin Ruth Gehringer bei einem Lehmbau-Projekt, einer Halle im Gewerbepark Süd. In ihrem dritten Semester wechselte sie als Werkstudentin zur Lindner Group. Zum Ende des jetzigen sechsten Semesters will die mittlerweile fest angestellte Fachkraft ihren Master in der Tasche haben und in ihrer Firma bleiben.
Laut Marcel Gröpler, Fachbereichsleitung Nachhaltiges Bauen der Linder Group, bearbeitet das Unternehmen das Thema mit großer Ernsthaftigkeit sowie aus einer Position des Vorreiters. „Und dafür braucht unser Team kreative Mitstreiter wie Sana Yazdani, welche nicht nur fachlich Know-how aufweisen, sondern auch zukunftsgewandt denken und arbeiten“, so Gröpler.
Tipps für Bewerbungen
Anderen internationalen Studierenden gibt Yazdani für Bewerbungen mit auf den Weg: „Neben der fachlichen Qualifikation und der nötigen Geduld ist der größte Vorteil, Deutsch zu können.“ Sie selbst führte drei Bewerbungsgespräche – und erhielt zwei Angebote. Sie entschied sich für die in der Nähe des European Campus gelegene Stelle in Arnstorf.
Schritt für Schritt sammelt Yazdani weitere Erfahrungen. Unterm Strich zeigt sie sich davon überzeugt: „Erfolgreiches Arbeiten bedeutet, strukturiert an die Sache ranzugehen.“ Im Arbeitsalltag empfiehlt sie, „eine gute Verbindung zu den anderen Teammitgliedern aufzubauen“. Auf alle Fälle will sie gerne hierbleiben und in den nächsten zehn Jahren ihre Kenntnisse im nachhaltigen Bauen vertiefen. Sana Yazdani: „Deutschland und die Deutschen bieten klar strukturierte Wege, und das passt zu meiner Persönlichkeit.“
Volkswirtschaftliche Aspekte
Studien belegen den volkswirtschaftlichen Nutzen ausländischer Studierender. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW, Köln) geht davon aus, dass der Nettoertrag für die öffentliche Hand bei einer mittleren Bleibequote pro Kopf fast 196.000 Euro beträgt (hohe Bleibequote: knapp 330.000 Euro; niedrige Bleibequote: gut 93.000 Euro). Laut IW liegt der langfristige fiskalische Nettogesamteffekt selbst unter pessimistischen Annahmen bei mehr als dem Doppelten der Ausgaben für die Studienplätze.
Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (Essen) stellt fest: Dass die MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) unter ausländischen Studierenden besonders beliebt sind, verringert den Fachkräftemangel in Deutschland. Prof. Dr. Knut Petzold (Görlitz) weist darauf hin: „Die starke Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften im deutschen Arbeitsmarkt wird sich im Zuge des demographischen Wandels spätestens mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge noch deutlich verstärken.“