Ab sofort steht unsere neue Hochschul-App myTHD zum Download bereit.
Ob unterwegs, in der Vorlesung oder in der Mensa – die App bietet schnellen Zugriff auf alle wichtigen Informationen rund ums Studium und die THD und vereint zahlreiche Funktionen, die den Studienalltag einfacher und übersichtlicher gestalten:
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Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) ist nicht nur auf dem Papier die internationalste Hochschule Bayerns. Ihre multikulturelle Identität feierte die Hochschulfamilie ausgiebig eine Woche lang vom 8. bis 11. Juni. Mit der diesjährigen International Week setzte die THD erneut hochschulweit ein Zeichen für kulturellen Austausch, Begegnung und gelebte Vielfalt.
Gemeinsam mit Studierenden aus aller Welt organisierte das International Office ein abwechslungsreiches Programm mit kulturellen, kulinarischen und informativen Veranstaltungen. Das Ergebnis der viertägigen Veranstaltung: Studierende, Mitarbeitende und Gäste aus 17 Ländern kamen miteinander ins Gespräch, lernten voneinander und feierten gemeinsam eine Weltgemeinschaft.
Während der Woche fanden zahlreiche Infoveranstaltungen statt. Interessierte konnten sich etwa zu einem möglichen Auslandsaufenthalt und dessen Finanzierung oder auch zu einer Personal- und Dozentenmobilität informieren. Kulinarisch wurde die International Week erneut bei „Taste the World“ erlebbar. Auch wenn das Event wetterbedingt dieses Jahr im Gebäude stattfinden musste, sorgten über 400 Besucherinnen und Besucher für eine lebhafte und gut gefüllte Veranstaltung. Insgesamt 18 internationale Studierendengruppen präsentierten Spezialitäten aus verschiedenen Ländern, darunter Escondidinho aus Brasilien, Isombe aus Ruanda, Rosé Tteokbokki aus Südkorea, Payasam aus Indien und Túrógombóc aus Ungarn. Die gesamte Hochschulfamilie konnte bei „Taste the World“ Gerichte und Süßspeisen aus aller Welt probieren, neue Geschmacksrichtungen und Lieblingsgerichte entdecken. Während des gesamten Veranstaltungszeitraums hielt das International Office gemeinsam mit dem Studierendenwerk einen Kleidertausch ab. Auch Musik und Tanzaufführungen durften nicht fehlen. Auf die Bühne traten unter anderem Studierende aus Südkorea oder Pakistan und auch der Hochschulchor sorgte für eine lebendige Atmosphäre. Solche Auftritte machten die International Week zu einem besonderen Erlebnis für die gesamte Hochschulgemeinschaft.
Die International Week 2026 zeigte erneut, wie bereichernd kulturelle Vielfalt und internationale Begegnungen für das Leben am Campus sein können, und bot zahlreiche Gelegenheiten, neue Perspektiven kennenzulernen und gemeinsame Erfahrungen zu teilen.
In zehn englischsprachigen Studiengängen bildet der European Campus der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) akademische Fachkräfte aus. Noch vor ihrem diesjährigen Abschluss als Master „Healthy and Sustainable Buildings“ (gesundes und nachhaltiges Bauen) arbeitet Sana Yazdani (33) fest als Fachkraft für ökologische Nachhaltigkeit in Arnstorf.
Mit einem Mercedes der Arbeitgeber-Flotte fährt Yazdani von ihrem Wohnort Pfarrkirchen zur Lindner Group. Dort kümmert sich die Frau aus dem Iran um die anspruchsvollen Aufgaben der Ökobilanzierung (LCA) und der Umweltprodukt-Deklaration (EPD). Ihr Fokus liegt darauf, „sicherzustellen, dass die verwendeten Baumaterialien die Umwelt möglichst wenig belasten“, erklärt Yazdani. Stets ist sie darauf bedacht, „den CO2-Abdruck von Bauprodukten zu reduzieren“. Aus gutem Grund steht sie mit der Fertigung, welche die Baustellen beliefern, in engem Kontakt und sagt: „Ich bin in der glücklichen Lage, an meinem Arbeitsplatz genau das umzusetzen, was ich am European Campus lerne.“
Nach Europa kam Sana Yazdani bereits als fertige Architektin von der Schahid-Beheschti-Universität in Irans Hauptstadt Teheran. Ihr dort erworbener PhD-Grad entspricht dem Doktortitel. Grundsätzlich betrachtet sie die Architektur „als Brücke zwischen Kunst und Logik“.
"Das gibt es nur am European Campus"
Bereits im Iran beschäftigte sich Yazdani mit dem Lehmbau als nachhaltige Bauweise. Beim folgenden Forschungsaufenthalt in Italien ging sie der Frage nach, wie historische Gebäude wie der Mailänder Dom nachhaltig und nicht-invasiv erhalten werden können. Um ihr Wissen darüber zu erweitern, wechselte die junge Wissenschaftlerin von der Hauptstadt der Lombardei gezielt nach Pfarrkirchen. „Das interdisziplinäre Studium zum gesunden, nachhaltigen Bauen gibt es nur am European Campus“, begründet Yazdani. Damit verbindet sie das Bestreben, „die Architektur mit der Natur in Einklang zu bringen“.
Passend dazu kooperierte Yazdani in der Rottaler Kreisstadt zunächst mit Architektin Ruth Gehringer bei einem Lehmbau-Projekt, einer Halle im Gewerbepark Süd. In ihrem dritten Semester wechselte sie als Werkstudentin zur Lindner Group. Zum Ende des jetzigen sechsten Semesters will die mittlerweile fest angestellte Fachkraft ihren Master in der Tasche haben und in ihrer Firma bleiben.
Laut Marcel Gröpler, Fachbereichsleitung Nachhaltiges Bauen der Linder Group, bearbeitet das Unternehmen das Thema mit großer Ernsthaftigkeit sowie aus einer Position des Vorreiters. „Und dafür braucht unser Team kreative Mitstreiter wie Sana Yazdani, welche nicht nur fachlich Know-how aufweisen, sondern auch zukunftsgewandt denken und arbeiten“, so Gröpler.
Tipps für Bewerbungen
Anderen internationalen Studierenden gibt Yazdani für Bewerbungen mit auf den Weg: „Neben der fachlichen Qualifikation und der nötigen Geduld ist der größte Vorteil, Deutsch zu können.“ Sie selbst führte drei Bewerbungsgespräche – und erhielt zwei Angebote. Sie entschied sich für die in der Nähe des European Campus gelegene Stelle in Arnstorf.
Schritt für Schritt sammelt Yazdani weitere Erfahrungen. Unterm Strich zeigt sie sich davon überzeugt: „Erfolgreiches Arbeiten bedeutet, strukturiert an die Sache ranzugehen.“ Im Arbeitsalltag empfiehlt sie, „eine gute Verbindung zu den anderen Teammitgliedern aufzubauen“. Auf alle Fälle will sie gerne hierbleiben und in den nächsten zehn Jahren ihre Kenntnisse im nachhaltigen Bauen vertiefen. Sana Yazdani: „Deutschland und die Deutschen bieten klar strukturierte Wege, und das passt zu meiner Persönlichkeit.“
Volkswirtschaftliche Aspekte
Studien belegen den volkswirtschaftlichen Nutzen ausländischer Studierender. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW, Köln) geht davon aus, dass der Nettoertrag für die öffentliche Hand bei einer mittleren Bleibequote pro Kopf fast 196.000 Euro beträgt (hohe Bleibequote: knapp 330.000 Euro; niedrige Bleibequote: gut 93.000 Euro). Laut IW liegt der langfristige fiskalische Nettogesamteffekt selbst unter pessimistischen Annahmen bei mehr als dem Doppelten der Ausgaben für die Studienplätze.
Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (Essen) stellt fest: Dass die MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) unter ausländischen Studierenden besonders beliebt sind, verringert den Fachkräftemangel in Deutschland. Prof. Dr. Knut Petzold (Görlitz) weist darauf hin: „Die starke Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften im deutschen Arbeitsmarkt wird sich im Zuge des demographischen Wandels spätestens mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge noch deutlich verstärken.“
Fünf Studierende der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) reisten Ende Mai gemeinsam mit ihrem Dozenten Prof. Dr. Helmut Arnold an den Campus der Fachhochschule Kärnten in Feldkirchen, um dort für eine Woche an einem internationalen Erasmus-Projekt teilzunehmen. Zusammen mit Studierenden aus dem slowenischen Koper und aus dem gastgebenden Österreich bauten Sophie Greiler, Alexander Döring, Simon Röwe, Stephanie Stieglmaier und Lucia Marchl im Rahmen eines fünftägigen Workcamps ein kleines Holzhaus für obdach- beziehungsweise wohnungslose junge Menschen.
Unter dem Projekttitel „Homeless young adults: we build a little home together!“ arbeiteten die Studierenden nicht nur handwerklich zusammen, sondern setzten sich auch intensiv mit sozialen Herausforderungen auseinander. Inspiriert vom Konzept des sogenannten „Little Home“ aus Deutschland planten und bauten die Teilnehmenden eigenständig eine mobile Unterkunft, die jungen Menschen in schwierigen Lebenssituationen Schutz und einen Rückzugsort bieten soll. Das isolierte Tiny House auf Rädern ist sporadisch, aber mit dem Notwendigsten eingerichtet. Ausgestattet mit einer abschließbaren Tür, einer Matratze, einer Sitzmöglichkeit und etwas Stauraum, einer Campingtoilette und einem Gaskocher bietet es Schutz und ein Stück Geborgenheit, ersetzt aber keine vollwertige Wohnung. Optional kann es noch mit einer autarken Stromversorgung per Solarpanel nachgerüstet werden. Auf einem Autoanhänger montiert, kann das Holzhaus unkompliziert versetzt und ortsunabhängig eingesetzt werden – so kann zum Beispiel auch eventuellen Konflikten mit Anwohnenden vorgebeugt werden.
Gemeinsam mit und für Betroffene
Dem studentischen Projektteam war der direkte Austausch mit wohnungslosen Menschen, die durch ihr aktives Mitwirken eigene Erfahrungen einbringen konnten, besonders wichtig. Dadurch erhielt das Workcamp für die Studierenden der THD eine besonders praxisnahe und persönliche Bedeutung. Kooperationspartner des Vorhabens war „Momo Austria“. Die 2023 gegründete Organisation unterstützt sozial benachteiligte und wohnungslose Menschen mit Beratung, Begleitung im Alltag, Gruppenangeboten und Krisenhilfe. In gemeinschaftlichen Projekten, die praktische Unterstützung mit sozialer Teilhabe verbinden, stehen Begegnung auf Augenhöhe und gegenseitiger Respekt im Mittelpunkt. Der Verein wird das „Little Home“ fortan betreuen und passenden Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung stellen.
Mitdenken und Mitmachen: eine wichtige Maxime der Sozialen Arbeit
Das Besondere dieses Erasmus-Projekts war die Verbindung von Theorie und Praxis. Neben der handwerklichen Arbeit am „Little Home“ durften auch organisatorische Aufgaben nicht außer Acht gelassen werden. Das Baumaterial wurde nach Bauplan berechnet und angeschafft, der Stellplatz für das „Little Home“ mit dem Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt ausgehandelt. Zudem fanden auch fachliche Vorträge zu grundlegenden Fragen aus dem Bereich der Sozialen Arbeit statt: Was machen wohnungslose Menschen tagsüber und wie sind sie erreichbar? Und wie können sogenannte „Systemsprenger“ aus betreuten Wohngruppen und Jugendheimen aufgefangen werden, damit sie ein positives Selbstbild aufbauen und ihre Chancen erkennen?
Erfolgreiche Premiere für die TH Deggendorf
Für die Studierenden der THD war die Teilnahme ein besonderer Schritt: Erstmals beteiligte sich der Bachelorstudiengang Soziale Arbeit an einem Erasmus-Projekt dieser Art. Die Verantwortlichen sehen darin einen wichtigen Beitrag, um internationale Erfahrungen und praxisnahes Lernen stärker im Studium zu verankern. Am Ende stand nicht nur ein fertiges „Little Home“, sondern auch die Erfahrung, wie viel durch gemeinsames Engagement über Ländergrenzen hinweg entstehen kann.