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Autobahnbrücken müssen gesperrt werden, weil sie baufällig sind. Züge werden noch unpünktlicher, weil das Bahnnetz dringend ausgebaut werden müsste. Die Qualität kommunaler Straßen wird kontinuierlich schlechter. Das Thema Infrastruktur bewegt und belastet Deutschland immer dramatischer. Deshalb haben Prof. Dr.-Ing. Gerd Maurer und Prof. Dr. jur. Günther Schalk von der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) entschieden, genau dies beim 25. Bau- und Umweltsymposium am 20. März an der THD in den Mittelpunkt zu rücken. Und sie haben dazu den Mann eingeladen, der zumindest in Bayern den Rahmen setzt. Christian Bernreiter, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr.
Die Veranstaltung der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik der TH Deggendorf hat eine lange Tradition. „Aber mit dem aktuellen Titel »Infrastruktur – Aufbruch und Erneuerung« könnte sie gar nicht näher am Puls der Zeit sein“, ist Veranstaltungsleiter Maurer überzeugt. Es seien alle willkommen, die sich diesem wichtigen Thema verbunden fühlen und mitreden möchten. Dazu zählen Bauunternehmer, Vertreterinnen von Behörden und Auftraggebern, Ingenieure und Planerinnen, Sachverständige und Baujuristen.
„Den bayerischen Bauminister Christian Bernreiter, der ein weiteres Mal sein Kommen zugesagt hat, erwartet die gespannte Frage, was speziell der Freistaat tun könne und werde, um die Infrastruktur im Land zukunftsfähig zu machen“, berichtet Professor Maurer. Interessant seien in diesem Zusammenhang sicherlich auch der intime Einblick in das Großprojekt »2. Stammstrecke« der S-Bahn München, den der Gesamtleiter Kai Kruschinski geben werde sowie ein weiteres großes bayerisches Infrastrukturvorhaben. Nämlich der Ausbau der U-Bahn Linie 5, ebenfalls in München. Ulrich Czogalla von der Berger Grundbautechnik werde zu diesem Thema referieren. Für besonderes Lokalkolorit dürfte der Vortrag von Stefanie Koller und Mario Prem von der Autobahn GmbH des Bundes sorgen. Die beiden liefern Informationen aus erster Hand zum Ausbau der A3 zwischen Deggendorf und Hengersberg sowie dem geplanten Neubau der Autobahnbrücke.
„Spannend wird außerdem unsere Liveschaltung zur anspruchsvollen innerstädtischen Baustelle »Erneuerung B10 in Ulm«“, freut sich Maurer. „Das wird dem Auditorium ein ungewöhnliches Bild aus der Praxis vor Ort ermöglichen.“ Auch einen Bericht über »Baufortschrittsreporting bei komplexen Infrastrukturgroßprojekten« werde es geben. Diesen bieten Isabella Maurer und Maximilian Schulze-Geisthövel von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers. „Hermann Wulke und Christian Schattenhofer von der VHV-Versicherung zeigen schließlich auf, welche Rolle Versicherungen bei großen Infrastrukturprojekten spielen und der THD-Absolvent Lukas Otto stellt seine Masterarbeit zur Digitalisierung im Rohrleitungsbau vor“, rundet Professor Schalk die Programmhinweise der THD ab.
Neben dem fachlich-praktischen Diskurs haben die THD-Professoren allerdings noch ein zweites Anliegen. „Das Symposium ist bei uns auch ein Raum für eine wertvolle Begegnung zwischen Praxis und Lehre“, betonen sie uni sono. Wie jedes Jahr, werden auch 2026 wieder zahlreiche Studierende am Symposium teilnehmen. „Für die ist das eine prima Gelegenheit, einen fokussierten Blick in Arbeitsalltag zu werfen, umgekehrt haben Unternehmerinnen und Unternehmer die Möglichkeit, mögliche künftige Nachwuchskräfte kennenzulernen“, sagt Maurer.
Das Symposium beginnt am Freitag, 20. März, um 9 Uhr in Hörsaal B004 auf dem THD-Campus in Deggendorf. Es gibt außerdem die Möglichkeit, die Veranstaltung online zu verfolgen. Die Anmeldung erfolgt unter https://eveeno.com/276002862 . Für externe Teilnehmer entsteht ein Unkostenbeitrag von 75 Euro. Weitere Informationen für Interessierte unter 0991/3615-401 oder unter dekanat-biw@th-deg.de
So viele waren noch nie dabei. Gleich ein halbes Dutzend Elftklässler des Gymnasiums Pfarrkirchen haben am European Campus Rottal-Inn (ECRI) der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) ein englischsprachiges Frühstudium gemeistert. Bei einer kleinen Feier erhielten folgende Absolventen von der Hochschulleitung ihre Zertifikate sowie ein Präsent überreicht: Valentin Gratz, Karlotta Kreiller, Serafina Urban, Alina Burner, Sara-Briana Necsulescu und Canrong Xiong. Ihre Leistungen können sich sehen lassen.
Wirtschaft schätzt Englischkenntnisse
Prodekan Prof. Dr. Sascha Kreiskott freute sich darüber, „dass so viele aus der Oberstufe neben der Schule den European Campus besuchen“. Es werde sich für den eigenen Werdegang auch auszahlen, Englisch zu lernen. „In der Industrie wird das gerne gesehen“, so der Hochschullehrer. Gymnasialdirektor Andreas Rohbogner bezeichnete es „als sinnvolle Sache, auf diese Weise Einblicke in die akademische Ausbildung zu bekommen“. Die frisch zertifizierte Karlotta Kreiller empfahl die Kurse „als hilfreiche Erfahrung“.
Das gesamte Angebot am European Campus umfasst die Bereiche Tourismus/Management, Gesundheit/Digitalisierung, Energie/Technologie und Nachhaltigkeit/Bauen. Ganz nach Interesse wird beim Frühstudium ein nachmittäglicher Kurs gewählt. Bei seiner bereits zweiten Teilnahme beschäftigte sich Valentin Gratz dieses Mal mit der Chemie von Baustoffen. Die fünf weiteren Teenager belegten Kurse im Bereich Tourismus (Kooperatives Management und Führung bzw. Tourismus-Management). Passenderweise will Serafina Urban später in Richtung Eventmanagement gehen. „Es war wie an der Schule, nur dass ich mich erwachsener gefühlt habe“, befand die Elftklässlerin. Zudem bereitete es dem ganzen Sextett keinerlei Problem, den Lehrveranstaltungen auf Englisch zu folgen. Die Hälfte machte auf eigenen Wunsch sogar die Abschlussprüfung.
Frühstudium auch im Sommersemester
Unterm Strich kann es sich ein Teil der frisch zertifizierten Gymnasiasten gut vorstellen, ein weiteres Frühstudium dranzuhängen. Wer sich dafür interessiert: Bereits im anstehenden Sommersemester können Begabte der Oberstufe ab März passende Lehrveranstaltungen besuchen. Sollte das spätere Studienfach dazu passen, kann beantragt werden, die erreichten ECTS-Punkte anzurechnen. Koordiniert wird das Angebot am ECRI von Andrea Ebertseder (Infos unter www.th-deg.de/fruehstudium). Speziell am Gymnasium Pfarrkirchen informiert Eva Holler als Mentorin für Begabtenförderung über das Frühstudium.
Zum Abschluss zeigte sich Prof. Dr. Kreiskott sicher: „Wer mehr macht als notwendig, hat Erfolg.“ Darüber hinaus ermunterte der Prodekan alle regionalen Abiturienten zu einem Studium am European Campus Rottal-Inn.
Helle Räumlichkeiten, modernste Arbeitsbedingungen und die enge räumliche und thematische Zusammenarbeit mit der WOLF GmbH, weiteren regionalen Partnern sowie der Stadt Mainburg machen den neuen Campus der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) in Mainburg aus. Offiziell eröffnet wurde der Forschungscampus am 29. Januar, gemeinsam mit dem WOLF CAMPUS im selben Gebäude.
Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien Dr. Florian Herrmann MdL, der Präsident der TH Deggendorf Prof. Waldemar Berg, der Vorsitzende der WOLF-Geschäftsführung Philip Krossa, Executive Chairman der Ariston Group Paolo Merloni, zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Hochschule und der WOLF GmbH sowie Akteure aus der lokalen und regionalen Politik waren beim feierlichen Beginn dieser einzigartigen Kooperation aus Forschung und Wirtschaft mit dabei. Der Staatsminister hob in seiner Laudatio hervor: „Das TTZ Mainburg der TH Deggendorf zeigt, was Bayern stark macht: angewandte Forschung trifft auf einen hochinnovativen Mittelstand. Gemeinsam mit dem WOLF CAMPUS entsteht ein Zentrum des Technologietransfers – praxisnah, regional verwurzelt und mit Strahlkraft weit über Mainburg hinaus.“ Weiter betonte Herrmann, dass der Freistaat den neuen Campus aus seiner Initiative ‚Hightech Transfer Bayern‘ mit einer Anschubfinanzierung von über 7,1 Millionen Euro unterstütze.
Der neue THD-Campus Mainburg mit dem Schwerpunkt nachhaltige Gebäudetechnik forscht auf rund 1.000 Quadratmetern. „Gemeinsam wollen wir ein Fundament für die Zukunft des Bauens, des Wohnens und des Lebens in einer nachhaltigen Umgebung legen“, erklärte THD-Präsident Berg. So wird an vier zentralen Themengebieten geforscht: dem nachhaltigen Bauen und Betreiben von Gebäuden, der Digitalisierung in der Gebäudetechnik, dem Einsatz von Big Data und Künstlicher Intelligenz sowie der Wärmeerzeugung, Lüftungs- und Strömungstechnik. Oberstes Ziel des neuen THD-Campus ist es, praxisnahe Lösungen für die Gebäudetechnik von morgen zu entwickeln.
Zwischen der Stadt Mainburg und der THD hat sich in den vergangenen Monaten eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt. Beide Seiten unterstreichen, wie wichtig dieser neue Standort für die Region ist – und wie viel gemeinsames Engagement in seiner Realisierung steckt. So stellt die operative Leiterin des THD Campus, Doris Zellner, fest: „Mit der Eröffnung des Campus schaffen wir einen Ort, an dem Forschung, Praxis und Talententwicklung unmittelbar zusammenfinden. Unser Team hat in den vergangenen Monaten mit enormem Engagement daran gearbeitet, diesen Standort aufzubauen. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit der Stadt, unseren Partnern und unseren Beschäftigten eine lebendige, inspirierende Campus-Kultur zu gestalten.“ Auch Bürgermeister Helmut Fichtner ist stolz auf den Campus: „Die Ansiedlung dieses Campus ist ein starkes Signal für die Zukunft unserer Stadt. Wir haben diese Entwicklung mit voller Überzeugung unterstützt – organisatorisch und auch finanziell. Der neue Standort wird Innovation, Arbeitsplätze und Perspektiven schaffen. Ich bin stolz darauf, dass wir diesen Weg gemeinsam gegangen sind und heute den Grundstein für ein neues Kapitel legen.“