Über das Institut
Das Institut für Betriebliches Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheit der Technischen Hochschule Deggendorf unterstützt Unternehmen, Behörden und Organisationen dabei, betriebliche Gesundheit und Sicherheit nachhaltig und wirksam zu gestalten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen geschaffen, Belastungen frühzeitig erkannt und betriebliche Strukturen langfristig verbessert werden können. Dabei verfolgt das Institut einen systemischen Ansatz, der die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten ebenso berücksichtigt wie die Anforderungen von Teams, Führungskräften und Organisationen.
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wird dabei nicht als Sammlung einzelner Gesundheitsangebote verstanden, sondern als kontinuierlicher Entwicklungsprozess, der an den tatsächlichen Herausforderungen und Rahmenbedingungen einer Organisation ansetzt. Gesellschaftlicher Wandel, Digitalisierung, Fachkräftemangel sowie veränderte rechtliche, wirtschaftliche und (sozial-)politische Rahmenbedingungen stellen Unternehmen und Behörden immer wieder vor neue Aufgaben. Gerade in Zeiten hoher Veränderungsdynamik ist es entscheidend, die Gesundheit der Beschäftigten nicht aus dem Blick zu verlieren, sondern Belastungen, Ängste und Sorgen frühzeitig aufzugreifen und in betriebliche Veränderungsprozesse einzubeziehen.
Arbeitsweise und Schwerpunkt
Die Arbeit des Instituts basiert auf einem ganzheitlichen bio-psycho-sozialen Gesundheitsverständnis, das körperliche, psychische und soziale Einflussfaktoren gleichermaßen berücksichtigt. Gesundheit wird dabei nicht allein als Ergebnis individueller Verhaltensweisen betrachtet, sondern wesentlich im Zusammenhang mit den jeweiligen Lebens- und Arbeitsbedingungen verstanden. Die fachlichen Ansätze und Methoden des Instituts gründen auf rechtlichen Anforderungen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlichen sowie (sozial-)politischen Entwicklungen. Diese Grundlagen werden miteinander verknüpft und im Hinblick auf ihre Bedeutung für die betriebliche Praxis reflektiert. Ziel ist es, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Gesundheit gefördert, psychische und physische Belastungen reduziert und Ressourcen nachhaltig gestärkt werden. Hierzu verbindet das Institut die Bereiche Personal-, Team- und Organisationsentwicklung mit Gesundheitsförderung und Arbeitssicherheit.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der systemischen Prozessberatung. Sie ermöglicht es, Organisationen bei der Einführung und Weiterentwicklung betrieblicher Gesundheits- und Arbeitsschutzstrukturen zu begleiten, vorhandene Ressourcen zu nutzen und nachhaltige Veränderungsprozesse anzustoßen. Durch eine systematische Analyse der jeweiligen Ausgangssituation werden bedarfsgerechte Maßnahmen entwickelt, umgesetzt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit reflektiert. Ergänzend bilden die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz, die psychische Gefährdungsbeurteilung, Führungskräfteentwicklung, Mediation und Konfliktmanagement sowie die Gestaltung gesundheitsförderlicher Organisationsstrukturen zentrale Arbeitsfelder.
Lehre
Das Institut bringt seine fachlichen und wissenschaftlichen Ansätze in verschiedene Bachelor- und Masterstudiengänge der Technischen Hochschule Deggendorf ein. Neben der Vermittlung wissenschaftlicher Grundlagen steht die praxisorientierte Anwendung im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Studierenden werden Fragestellungen aus dem betrieblichen Gesundheitsmanagement und der Arbeitssicherheit bearbeitet, innovative Lösungsansätze entwickelt und im Rahmen von Projekten erprobt.
Die Lehrtätigkeit erstreckt sich auf Studiengänge aus den Bereichen Gesundheit, Pflege, Physiotherapie, Management, Sicherheitsmanagement, Berufspädagogik sowie Risk und Compliance Management. Durch die interdisziplinäre Ausrichtung werden gesundheitsbezogene, organisatorische und sicherheitsrelevante Perspektiven miteinander verknüpft. Dabei werden rechtliche Anforderungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Entwicklungen ebenso berücksichtigt wie die konkreten Herausforderungen der beruflichen Praxis.
Die enge Verbindung von Lehre, Forschung und Praxiskooperationen ermöglicht es, aktuelle Fragestellungen aus Unternehmen und Organisationen in die Lehrveranstaltungen einzubringen. Erkenntnisse und Erfahrungen aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten fließen in die Lehre ein und unterstützen die praxisnahe Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte.
Forschung und Entwicklung
Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeitet das Institut an der Konzeption und Weiterentwicklung wissenschaftlich fundierter Methoden und Instrumente zur Analyse und Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf bio-psycho-sozialen Analyseverfahren sowie auf der Entwicklung systemischer Prozessabläufe für betriebliche Gesundheits- und Arbeitsschutzsysteme.
Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit berücksichtigt die rechtlichen Grundlagen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand sowie gesellschaftliche und (sozial-)politische Rahmenbedingungen. Zu den bisherigen Entwicklungen zählen die BIPSA – Bio-psycho-soziale Arbeitssituationsanalyse und ANEO – Anerkennender Erfahrungsaustausch Online. Darüber hinaus beschäftigt sich das Institut mit systemtheoretischen Zusammenhängen im modernen Arbeits- und Gesundheitsschutz und deren Bedeutung für die Gestaltung wirksamer betrieblicher Prozesse.
Ziel der Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Anforderungen der betrieblichen Praxis zu verbinden und nachhaltige Konzepte für Unternehmen, Behörden und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens zu entwickeln. Diese sollen Organisationen dabei unterstützen, Gesundheit und Sicherheit systematisch in ihren Strukturen und Arbeitsabläufen zu verankern.
Projekte und Kooperationen
Das Institut arbeitet mit einem vielfältigen Netzwerk aus Praxis- und Forschungspartnern zusammen, um bedarfsgerechte Lösungen für aktuelle Herausforderungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement und in der Arbeitssicherheit zu entwickeln und umzusetzen. Zu den Kooperationspartnern zählen Unternehmen, Handwerksorganisationen, Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, Behörden und Institutionen der öffentlichen Verwaltung sowie Sozialversicherungsträger und weitere Akteure aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Die gemeinsamen Projekte umfassen unter anderem die Förderung psychischer Gesundheit, die Weiterentwicklung betrieblicher Gesundheitsstrukturen sowie die Qualifizierung von Fach- und Führungskräften. Beispiele aus der bisherigen Zusammenarbeit sind Projekte zur Fachkräftesicherung im Handwerk, zum betrieblichen Gesundheitsmanagement in der Altenpflege, zur Förderung gesundheitsgerechter Arbeitsbedingungen bei der Polizei sowie zur Weiterentwicklung nachhaltiger Ansätze für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Pflege.
Leitung und Mitarbeitende
Prof. Jasmin Lerach (M. A.) ist Professorin und Leiterin des Instituts für Betriebliches Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheit. Als Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin liegt ihr fachlicher Schwerpunkt auf systemischer Kommunikation und der Begleitung organisationaler Veränderungsprozesse. Ihre Ausbildungen in systemischer Prozessberatung im betrieblichen Gesundheitsmanagement und systemischer Mediation bilden eine wichtige Grundlage ihrer Arbeit an der Schnittstelle von Kommunikation, Organisationsentwicklung und Gesundheit.
Anna Lummer (M. Sc.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Betriebliches Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheit. Ihre fachlichen Schwerpunkte liegen im Bereich der psychischen Gesundheit sowie in der Förderung gesundheitsgerechter Arbeitsbedingungen. Als ausgebildete systemische Prozessberaterin im betrieblichen Gesundheitsmanagement begleitet sie die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger betrieblicher Gesundheitsprozesse.