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Presseartikel
Bild (THD): Der Salar de Uyuni beherbergt eines der weltweit größten Lithiumvorkommen: Die Bolivianer fürchten die Zerstörung ihres Salzsees durch den Abbau des Rohstoffs.

MATERIA PRIMA: Wettstreit um Lithium in Bolivien

THD-Professor Jens Schanze zeigt seinen Dokumentarfilm im Deggendorfer Lichtspielhaus
26.10.2026 | THD-Pressestelle

Am Donnerstag, den 29. Oktober, um 20 Uhr feiert „MATERIA PRIMA: New Energy. Old Powers?“ seine Niederbayern-Premiere im Lichtspielhaus Deggendorf. Regisseur und Produzent Jens Schanze, Professor für Film und Videodesign an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD), beleuchtet in seiner Dokumentation, wie Europäer und Bolivianer um das begehrte Lithium des südamerikanischen Landes konkurrieren – und blickt dabei 500 Jahre zu den Anfängen der Kolonialisierung zurück.

Seit März ist der Film weltweit auf Filmfestivals zu sehen, unter anderem in New York, Zürich, Kopenhagen, Mailand, Rotterdam, Barcelona und Quito. Die Filmmusik von MATERIA PRIMA, komponiert von Atena Eshtiaghi, wurde im Mai sogar mit dem Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis ausgezeichnet. Nun feiert das Werk in Deggendorf seine Niederbayern-Premiere. Ein passender Ort, wenn man bedenkt, dass nicht nur Regisseur Jens Schanze, sondern auch der Kameramann Börres Weiffenbach an der Fakultät Elektrotechnik und Medientechnik der THD lehrt.

Fast sechs Jahre lang dauerte die Produktion des Films. Neben der ausführlichen Recherche gestalteten insbesondere die instabile wirtschaftliche Lage in Bolivien und die Höhe der Drehorte, die teils bis zu 4.500 Metern über dem Meeresspiegel lagen, die Durchführung der Arbeiten als schwierig. Die Erkenntnisse, die Schanze in dieser Zeit gesammelt hat, ließ er laufend in seine Lehrveranstaltungen an der Deggendorfer Hochschule einfließen. „Da die Drehorte in Bolivien liegen, war eine direkte Einbindung von Studierenden nicht möglich“, so der Professor. „Aber ich versuche, sie trotzdem bestmöglich an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.“ Besonders gefreut habe er sich über die Begegnung mit einem ehemaligen Absolventen der Deggendorfer Hochschule, der nun bei dem beteiligten Postproduktionsunternehmen arbeitet und die Motion Graphics beim Rolltitel von MATERIA PRIMA produziert hat.

Ausschlaggebend für das Projekt war ein Vertrag zur Gewinnung von Lithium, den die bolivianische Regierung 2019 mit einem deutschen Unternehmen geschlossen hat. Die unvorteilhaften Konditionen für das südamerikanische Land trugen schlussendlich sogar zum Ende der Regierung von Evo Morales bei. Um der Reproduktion eurozentrischer Stereotype vorzubeugen, arbeitete das Filmteam nicht nur mit europäischen Industrie- und Unternehmensverbänden, NGOs und Regierungsstellen zusammen, sondern baute zusätzlich ein Netzwerk von Informanten und Mitarbeitenden in Bolivien auf – und sicherte sich damit den Zugang zu indigenen Gemeinschaften und Behörden.

Über Jens Schanze und Börres Weiffenbach

Prof. Jens Schanze und Börres Weiffenbach arbeiten bereits seit 1999 zusammen an filmischen Projekten. Mittlerweile sind beide schon seit mehreren Jahren an der THD tätig – Jens Schanze als Professor für Film und Videodesign, Börres Weiffenbach als Lehrbeauftragter für Bildgestaltung im Studiengang Medientechnik. Für seine Filme konnte Schanze weltweit auf Festivals zahlreiche Preise gewinnen. So erhielt sein erster langer Dokumentarfilm „Otzenrather Sprung“ 2002 den Grimme Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. Zwei Mal wurden seine Arbeiten mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Sein Teamkollege Weiffenbach ist einer der renommiertesten Bildgestalter Deutschlands für Dokumentarfilme und wurde unter anderem zwei Mal mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet.

Bei der Niederbayern-Premiere von „MATERIA PRIMA: New Energy. Old Powers?“ im Lichtspielhaus findet im Anschluss an den knapp 90-minütigen Film ein Publikumsgespräch statt. Als Vertreter des Filmteams wird Regisseur Schanze an der Veranstaltung teilnehmen.