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Presseartikel
Bild (THD): High-Tech-Agenda Forschungsprofessor Dr. Javier Valdes vom THD-Campus Freyung soll den wissenschaftlichen Teil der möglichen Kooperation im Rahmen des Projekts RENvolveIT leiten.

Nachhaltige Energieversorgung für Bezirksklinikum Mainkofen

Gemeinsames Projekt mit THD wird geprüft
6.10.2026 | THD-Pressestelle

Vertreterinnen und Vertreter der Technischen Hochschule Deggendorf (THD), des Bezirksklinikums Mainkofen (BKM) und der Energiegenossenschaft Deggendorf haben sich am 25. September an der THD über eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen der weitere Ausbau der Photovoltaikanlage, der Einsatz von Batteriespeichern und eine mögliche Beteiligung regionaler Bürgerinnen und Bürger über die Energiegenossenschaft.

„Das Bezirksklinikum bietet dafür interessante Voraussetzungen“, sagt Wilhelm Lindl, Leiter der Elektrotechnik am BKM. „Das weitläufige Klinikgelände umfasst zahlreiche Gebäude mit unterschiedlichen Nutzungen, Energiebedarfen und technischen Anforderungen.“ Neben Einrichtungen aus den Bereichen Psychiatrie, Psychosomatik, Forensik und Neurologie befänden sich dort auch ältere und teilweise denkmalgeschützte Gebäude. „Die vorhandene Strom- und Wärmeinfrastruktur sowie der hohe und kontinuierliche Energiebedarf ermöglichen es, unterschiedliche Versorgungskonzepte praxisnah wissenschaftlich zu untersuchen“, ergänzt Ammar Ammer, Koordinator des Forschungsprojekts RENvolveIT. Dabei müsse insbesondere die Versorgungssicherheit, die Notstromversorgung und der zuverlässige Betrieb kritischer medizinischer Einrichtungen berücksichtigt werden.

Als mögliche Projekte seien Photovoltaikanlagen auf Dächern und Parkflächen, Solar-Carports sowie Freiflächenanlagen diskutiert worden. Diese könnten mit sogenannten grünen oder grauen Batteriespeichern kombiniert werden. „Ein grüner Speicher wird nur mit lokal erzeugtem erneuerbarem Strom geladen. Ein grauer Speicher kann hingegen Strom aus dem öffentlichen Netz aufnehmen, wenn in der Region viel Strom erzeugt wird, und diesen später beispielsweise zur Verringerung von Lastspitzen wieder abgeben“, erklärt Stefan Unertl, Referent für Liegenschaften an der Hochschule. Dadurch könne er zur Entlastung des Stromnetzes beitragen. Welche Speicherlösung für Mainkofen aber technisch, wirtschaftlich und rechtlich geeignet sei, müsse noch geprüft werden.

Prof. Dr. Javier Valdes, Projektleiter von RENvolveIT: „Wir sind bereit, mögliche Varianten wissenschaftlich und technisch zu untersuchen. Auf Grundlage der Strom- und Wärmebedarfsdaten könnten Szenarien mit zusätzlicher Photovoltaik, Batteriespeichern und Wärmepumpen verglichen werden.“ Bewertet werden sollen unter anderem Netzbezug, Eigenverbrauch, Speichernutzung, Lastspitzen, Investitions- und Betriebskosten sowie die mögliche Verringerung der CO₂-Emissionen.

Die Energiegenossenschaft Deggendorf wiederum hat signalisiert, mögliche Beteiligungs-, Finanzierungs- und Betreibermodelle zu prüfen. „Denkbar wäre beispielsweise, dass die Genossenschaft Photovoltaik- oder Speicheranlagen finanziert, besitzt oder betreibt und dadurch eine Beteiligung regionaler Bürgerinnen und Bürger ermöglicht“, erklärt Georg Kestel, einer der Mitgründer der Energiegenossenschaft. Ob und in welcher Form ein solches Modell umgesetzt werden könne, müsse gemeinsam mit Mainkofen und dem Bezirk Niederbayern rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch geklärt werden.

Für die weitere Projektentwicklung seien nun die interne Abstimmung auf Seiten Mainkofens und des Bezirks Niederbayern entscheidend. Dabei solle geklärt werden, ob die Zusammenarbeit weiterverfolgt werde, welche Projektvariante infrage komme und welche Verantwortlichen in die nächste Gesprächsrunde einbezogen werden müssten.

„Für eine belastbare Untersuchung werden insbesondere Informationen zu geeigneten Dach-, Parkplatz- und Freiflächen, bestehenden und geplanten Energieanlagen, Strom- und Wärmeverbrauch, Lastprofilen, Netzanschlüssen, Transformatoren und möglichen Einspeisegrenzen benötigt“, heißt es seitens der THD. Alle stünden für die nächsten Schritte bereit.